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Aus zwei mach eins

Mit dem patentierten FDR®-Verfahren hat GESIPA® einen innovativen Setzprozess vorgestellt. Er vereint Fliesslochformen und Blindnieten in einem Arbeitsvorgang. Dadurch eignet es sich ideal für automatisierte Prozesse in der Automobilindustrie. Das hat auch der Automobilzulieferer Brose erkannt und GESIPA® dafür ausgezeichnet.

GESIPA® Innovation bei Brose

Die Brose Fahrzeugteile GmbH & Co.KG aus Coburg ist einer der weltweit grössten Automobilzulieferer. An weltweit 60 Standorten und mit über 24’000 Mitarbeitenden werden mechatronische Komponenten und Systeme sowie Elektromotoren für die Automobilindustrie gefertigt. Um Innovationen und neuartige Konzepte von Lieferanten intern zu vermitteln, hat Brose den “Supplier Innovation Day” ins Leben gerufen.

Dieser findet an jedem Firmensitz einmal pro Jahr statt. Ein Team sucht zuvor die interessantesten und relevantesten Projekte aus. In Europa werden jährlich 12 Zulieferer eingeladen, ihre Innovation zusammen mit den zuständigen Brose Mitarbeitern vorzustellen. 2016 fiel die Wahl in Europa unter anderem auf das patentierte FDR®-Verfahren (Flow Drilling Riveting) von GESIPA®.

Flow Drilling Riveting

Dieses vereint die mechanischen Fügeverfahren Fliesslochformen und Blindnieten. Dadurch entfällt die beim Blindnieten sonst notwendige Vorlochoperation. Der Blindniet ist für den Lochungsprozess mit einer speziellen Kopfform ausgestattet. Sie ermöglicht das Durchdringen des Materials unter Rotation und Druck und minimiert bei endlosfaserverstärkten Kunststoffen die Faserschädigung.

Durch die prozessintegrierte Bohrlochfertigung entfällt zudem die aufwendige und genaue Positionierung der Bauteile zueinander. Die Verarbeitung wird einfacher, schneller und lässt sich automatisieren, da auch eine Lochfindung nicht notwendig ist. Bei Brose existieren zahlreiche potenzielle Anwendungen, die sich durch das FDR®-Verfahren wirtschaftlicher gestalten lassen.

Erste erfolgreiche Versuche an potenziellen Anwendungen

Als repräsentatives Beispiel wurde den Anwesenden die Anbindung einer Fensterheberschiene an ein Türmodul demonstriert. Dabei werden die Werkstoffe Aluminium und faserverstärkter Kunststoff miteinander verbunden. Bisher kamen in der Applikation konventionelle Blindniete zum Einsatz. Aufgrund der komplexen Geometrie des Bauraums war ein automatisierter Vorgang bis jetzt nicht möglich. Mit dem speziell konzipierten Blindniet konnte dies nun realisiert werden. Durch die Kombination aus Nietgeometrie, Drehzahl und Fügedruck wird das darunterliegende Material erhitzt und beginnt zu fliessen. Ohne Spanbildung formt sich der Niet so in das Material ein.

Neben dem Prozess wurde ebenso ein automatisches Verarbeitungsgerät vorgestellt. Noch 10 Monate vorher befand sich das Verfahren in einem Versuchsstadium, das weit von einem industriellen Einsatz entfernt war. Zu dieser Zeit wurde Brose auf die Entwicklung aufmerksam und begleitete die Entwicklung durch Aufzeigen möglicher Anwendungen und Randbedingungen. Dies waren wertvolle Hinweise für GESIPA®.

Entwicklung zur Serienreife

Die positive Resonanz bestätigte sowohl Brose als auch GESIPA® in ihrem bisherigen Vorgehen. Aktuell werden gemeinsam Untersuchungen durchgeführt, um Kennwerte für verschiedenste Materialkombinationen zu erarbeiten. Mit diesen Erkenntnissen können zukünftig Entwicklern und Planern Randbedingungen und wirtschaftliche sowie technische Parameter zur Auslegung und Produktionsplanung in die Hand gegeben werden. Dadurch können weitere Anwendungen noch wirtschaftlicher und sicherer mit der Niettechnik verbunden werden.

 

 

FDR® auf der MOTEK kennenlernen

Weitere Informationen zum Thema FDR® erhalten Sie im Oktober auf der MOTEK in Stuttgart. Besuchen Sie unseren Stand in Halle 4 an Stand 4313 vom 09.-12. Oktober 2017. Weitere Informationen zur Messe und zum Thema FDR erhalten Sie auch hier:

GESIPA® auf der MOTEK

 

Das Video zum Thema

Wie Flow Drilling Riveting genau funktioniert, können Sie sich auch in unserem Video anschauen.

FDR® Video ansehen